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Barnimer Feldmark

 

Werneuchen

Werneuchen - Foto: Frank MüllerDie erstmalige Erwähnung der wendischen Siedlung beruht auf der Zeugen- Unterschrift des Pfarrer Johann de Warnow am 29.04.1247 auf zwei gleichzeitig vorhandenen Urkunden.

 

Eine andere Urkunde von 1300 spricht von einem Oppidum, einer Stadt mit günstiger Lage an zwei Handelswegen von Schlesien nach Pommern bzw. Magdeburg.

 

Eine Stadtverfasstheit entsprach auch der gemeinschaftlichen Übereinkunft aus dem Jahre 1315 mit dem benachbarten Strausberg, in der wegen Zollerhebungen 8 „Consules civitatis Warnowe“ (Ratsherren) benannt wurden.

 

Der Name „Nyenbernowe“ aus dem Jahre 1359 spricht für die rasche Entwicklung der Stadt. 1375 wurde sie mit einer nutzbaren Feldmark von log Hufen (ca. 835 ha) an den Schenken von Sydow belehnt, der diese an das Berlin‑ Strausberger Geschlecht der Trebus unterbelehnte.

 

Aus Bernau kommend griffen am 25.04.1432, dem Karfreitag, die Hussiten die von den Bewohnern verlassene Stadt Werneuchen an. Sie hinterließen Trümmerhaufen und verbrannte Häuser.

 

Nach dem schweren Wiederaufbau und dem Wechsel der Oberlehnhoheit an das Geschlecht derer von Krummensee, hatte die Bevölkerung in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges wiederum zu leiden. 1627/29 lagerte hier das Wallensteinsche Regiment „Torquato Tasso“, 1632/36 die Kaiserlichen Truppen und am 14.07.1637 ging die gesamte Stadt in Flammen auf.

 

Werneuchen ist seit der Askanierzeit auch durch die Gerichtsbarkeit, der Wröhe und den Dingetagen bekannt. Sie fanden unter einer Linde am Kirchhof statt und betrafen u. a. Vieh- und Ackerstreitigkeiten.

 

Ursprünglich zierte eine grüne Eiche das erste aus Wachs gegossene Siegel der Urkunde, die Werneuchen am 10.10.1670 das Stadtprivileg zuerkannte. Heute ist die Linde das Wahrzeichen der Stadt.

 

Um 1750 zählte Werneuchen nur 70 Häuser und 320 Einwohner. Durch den Chaussee- und Straßenbau 1806-1834 entwickelte sich Werneuchen zu einem bedeutenden „ Rastplatz“ für den aus allen Himmelsrichtungen kommende Fuhrwerks- und Reiseverkehr.

 

Einige Einwohner brachten es durch das Vorhalten von Pferden für die Postkutschen zu beachtlichen Reichtum wie die Postmeister-Familie Petitjean, die das an der Bundesstraße gelegene „Schloss“ erbauten. In einem klassizistischen Mausoleum auf dem Kirchhof verewigte sie sich bis heute.

 

Der bekannteste Werneuchener war in der ersten Hälfte des lg. Jh. der Dichterpfarrer und Naturpoet Friedrich Wilhelm August Schmidt (23.03.1764-26.04.1838), der auch „Schmidt von Werneuchen“ genannt wurde und hier 43 Jahre predigte.

 

In seinen Dichtungen beschrieb er besonders naturgetreu die Lebensgewohnheiten und Lebensumstände der Bewohner der Feldmark in seiner Zeit. Theodor Fontane nannte ihn „einen Lebemann, welcher nie kleinlich, voll Verständnis für die Bauernnatur, stets humoristisch und deshalb beliebt war.“

 

Mit der Einweihung der Eisenbahnstrecke Berlin-Wriezen am 01.05.1898 vergrößerte sich der Ort. Viele Berliner zogen aus der Enge der Hauptstadt hierher. Nach 1910 entstanden die Siedlungen Rudolfshöhe, Amselhain, Stienitzaue und Werneuchen Ost.

 

1906 wurde hier Deutschlands ältester eingetragener Motorsportclub gegründet, der heutige Motorsportclub Werneuchen 1906 e. V.

 

Durch die Errichtung der Jagdfliegerschule mit Flugplatz 1935 bis 1937 wurde Werneuchen zur Garnisonsstadt. Nach dem Ende des II. Weltkrieges folgte bis 1913 die Stationierung von sowjetischen bzw. russischen Truppen.

 

Seit 1924 gibt es ein eigenes Rathaus, das heutige Stadthaus am Markt.

 

Nach 1945 wurde besonders zur Unterstützung der Feldarbeit und Ernte eine Maschinenausleihstation (MAS) gegründet. Aus ihr entwickelte sich eine Maschinen-Traktoren-Station, die MTS „ Mao Tse Tung“, deren überregionale Bedeutung sich 1958 durch den Besuch des vietnamesischen Staatspräsidenten Ho Chi Minh belegte.

 

Weitere Wirtschaftsbetriebe waren die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) „Fortschritt“ Typ 1, das Volkseigene Gut (VEG) „Saat und Pflanzgut“ oder das VEG „Obstbau“, heute befindet sich hier der Produktionsbetrieb von Fruchtzubereitungen für die Joghurtindustrie „ZUEGG“.

 

Nach 1990 entwickelte sich auf einer Fläche von 10 ha ein großes Gewerbegebiet mit vielfältigen Ansiedlungen.

 

Zur amtsfreien Gemeinde Werneuchen gehören seit der Gemeindegebietsreform 2003 die Ortsteile Krummensee, Seefeld- Löhme, Tiefensee, Hirschfelde, Schönfeld, Weesow und Willmersdorf.

 

Die Stadt Werneuchen verbinden langjährige Patenschaftsbeziehungen mit der polnischen Ostseestadt Dziwnöw und durch die Ortsteile Hirschfelde und Willmersdorf mit der polnischen Ostseegemeinde Ustronie Morskie.

 

www.werneuchen.de

 

Quelle: 3-teiliges Informationstafelsystems / Regionalpark Barnimer Feldmark e.V.

 

 

 

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