Willmersdorf

Willmersdorfwurde 1317 erstmals urkundlich als „Willemstorpe“ erwähnt.

 

Der Brandenburgische Markgraf Waldemar überwies damals dem Benediktiner-Nonnenkloster in Spandau zum Seelenheil der Markgrafen Hermann und Johann 10 Hufen (ca. 77 ha) „mit allem Zubehör und Äckern, Gehölzen, Weiden und Wiesen“.

 

Die ursprünglich wendische Siedlung hat die Form eines Angerdorfes, das noch heute von der ringförmigen Dorfstraße umschlossen wird.

 

Im 15. Jahrhundert wurde in Willmersdorf ein Gut gebildet, dessen erster Besitzer 1450 der kurfürstliche Rat Lüdeke von Arnim wurde. Bis 1676 blieb es im Besitz mehrerer Generationen derer von Arnim.

 

Seit 1577 gab es hier 2 Windmühlen, die im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurden. Erst 1689 kam es zu einem Neubau. Diese letzte rechts am Wege nach Bernau stehende Windmühle wurde 1920 abgerissen. Ein Mühlenstein ist zur Erinnerung noch erhalten.

 

Die Folgen des Dreißigjährigen Krieges hatten in Willmersdorf tiefe Spuren hinterlassen. Noch 1662 lag das Dorf völlig verödet und wüst da. Es lebten hier nur 4 Bauern, wie es der brandenburgische Landreiter bereits 1652 feststellte.

 

1735 erwarb der spätere Preußenkönig Friedrich II. zusammen mit Weesow das Gutsdorf, dessen Hofanlagen bereits von bescheidenem Wohlstand kündeten, und gliederte es dem Domänengut Löhme an.

 

Der Küster und Schulhalter Christian Rebel widmete sich intensiv der Seidenraupenzucht. 1793 gewann er zwei Pfund Seide und 1795 sechs Pfund. Die Zahl der Maulbeerbäume hatte sich inzwischen auf 128 erhöht. 1802 wurden bereits 60 Pfund und im Folgejahr gar 76 Pfund Seide gewonnen.

 

Um 1900 lebten hier 368 Einwohner auf 1.293 ha Land, darunter waren 228 ha Forst. Es gab 51 Gehöfte und sogar 42 Bienenstöcke.

 

1921 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

 

1955 erfolgte die Gründung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Typ III „Freie Erde“, unter Beteiligung des Örtlichen Landwirtschaftsbetriebes (ÖLB). Die übrigen 8 Bauern des Dorfes, gründeten 1960 die LPG Typ 1, die sich 1970 der LPG „Freie Erde“ anschloss. In diesem Zeitraum wurden die Rinder- und Schweineställe errichtet. Der „Hohe Graben“ Richtung Weesow wurde geschlossen und verrohrt.

 

Nach dem Zusammenschluss der Genossenschaften aus Schönfeld, Tempelfelde und Willmersdorf 1975 zur Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion (KAP), einer Groß-LPG, wurde u.a. der „alte“ Löhmer Weg beseitigt (renaturiert) und es entstanden für die landwirtschaftlichen Transporte die sogenannten, bis heute noch vorhanden, KAP- Straßen.

 

Anfang der 80er Jahre wurde ein unterirdisch weitläufiges Bewässerungssystem durch die Felder östlich, südlich und westlich des Dorfes mit Speicherbecken und Pumpenhaus an der Gemarkungsgrenze zu Weesow bzw. Schönfeld ausgebracht.

Die Gülle kam aus dem 40 km nördlich gelegenen Schweinemastkombinat Lichterfelde (bei Eberswalde) über Rohrleitungen und wurde mit geklärtem Abwasser aus dem Klärwerk Berlin-Falkenberg vermischt.

 

Heute sind hier 2 Haupt- und 3 Nebenerwerbslandwirte ansässig.

 

Etwa einen km hinter dem "Mühlenberg" entstand 1999 mit 30 Windkraftanlagen der weithin sichtbare Windpark Willmersdorf/Tempelfelde. Mit seiner 2003 um 7 Anlagen erweiterten Leistung von 36 Megawatt könnte eine Stadt mit einer

Größe von ca. 16.000 Haushalten mit erneuerbarer Energie versorgt werden.

 

Willmersdorf unterhält seit 2001 eine Patenschaft mit der polnischen Gemeinde Ustronie Morskie, dem früheren Henkenhagen. Jährliche gegenseitige Besuche sowie Kultur- und Interessenaustausch sind Bestandteil unseres Dorflebens.

 

Willmersdorf ist seit 2003 Ortsteil der Stadt Werneuchen.

 

Das Gemeindehaus am Spielplatz konnte nach Umbau und Sanierung 2006 eingeweiht werden. Hier finden auch Foto- und Bilderausstellungen statt.

 

Quelle: 3-teiliges Informationstafelsystem / Regionalpark Barnimer Feldmark e.V.