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Barnimer Feldmark

 

Tiefensee

TiefenseeTiefensee wird im Jahre 1292 erstmals urkundlich im „ Regesten der askanischen Markgrafen Nr.1555“ (Otto IV.) durch die Nennung des Namens „Otto de Depense“ (Dep = tief) im Zusammenhang mit Lehnbriefen über Leuenberg erwähnt.

 

Die ursprünglich als Dorf angelegt Siedlung, verdankt wahrscheinlich ihren Namen dem in der Nähe gelegenen „tiefen Waldsee“, dem Gamensee. Dieser ist der größte und zugleich tiefste See des Gamengrundes, einem eiszeitlichen Stauchmoränengebiet der Bareimer Platte mit steilen Hängen und tiefen Tälern.

 

Im Karolinischen Landbuch von 1375 wurde festgestellt, dass „Typhensee“ einer Familie Sparr gehöre, jedoch „seit Alters nicht mehr bebaut worden und stets wüste gelegen habe“.

 

1472 belehnte der Kurfürst Albrecht mit einer Hälfte der Tiefenseer Feldmark („mit den Wassern und Fischereien, Holzungen und Rechten“) die 7 Gebrüder von Pfuel, die Tiefensee zum Vorwerk ihres Rittergutes Leuenberg ausbauten. Den zweiten Anteil, den Besitz derer von Sparr, kaufte im Jahre 1668 der Oberpräsident und Geheime Staatsrat Otto Freiherr von Schwerin zu Altlandsberg. 1708 erwarb ihn Friedrich I., König in Preußen.

 

Auf Weisung Friedrich II., wurde nach 1744 ein Eyerkärner-Etablissernent zu Tiefensee eingerichtet. Der erhebliche Bedarf der größeren Städte an Geflügel und Eiern sollte zum größten Teil von der einheimischen Produktion bestritten werden. Der Eierkärner kaufte Eier und Federvieh auf und fuhr es auf den Markt nach Berlin und Potsdam.

 

Am 15.10.1898 wurde der Zugverkehr auf der Strecke Berlin - Lichtenberg ‑ Werneuchen - Tiefensee - Wriezen aufgenommen.

 

Ein Verbindungstunnel unter der Bahnstrecke zwischen Langen See und Gamensee sicherte bis zu seiner Zerstörung Ende des II. Weltkrieges die direkte Verbindung durch den Gamengrund nach Leuenberg.

 

1912 wurde die Schule erbaut und mit 24 Schülern der Unterricht begonnen.

 

Zwischen Tiefensee und Prötzel, im Blumenthaler Waldgebiet, wurde der letzte Wolf am 23. Januar 1923 geschossen. Ein Gedenkstein erinnert an dieses Ereignis.

 

1925 wurde Tiefensee eigenständige Gemeinde. Sie verfügt bis heute über keine Kirche, keinen Marktplatz, aber seit 1925 über einen eigenen Friedhof. Der erste 1926 gewählte Gemeindevorsteher wurde Emil Kaliehe, ein Gutsgärtner, der sich besonders für die weitere Entwicklung des Ortes einsetzte. 1927 gab es das erste elektrische Licht. Im Jahr 1928 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

 

In den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wuchs die Bekanntheit des Ortes und der Gamengrund wurde zu einem der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner. Sieben Gaststätten gab es hier. Busse und sogar Sonderzüge brachten die Ausflügler nach Tiefensee.

 

Bereits 1925 wurde am Gamensee die erste Jugendherberge eingeweiht, späte erweitert und 1937/38 eine größere Herberge mit 150 Plätzen neu gebaut.

 

In der Zeit von 1933-1939 lebte und wirkte der bekannte Pädagoge und Sozialdemokrat Adolf Reichwein als Schulleiter in Tiefensee. Durch seine engen Verbindungen zum „Kreisauer Kreis“ wurde er 1944 verhaftet und im Zusammenhang mit dem missglückten Attentat vom 20. Juli in Berlin-Plötzensee am 20.10.1944 hingerichtet.

 

In den letzten Kriegsmonaten diente die Jugendherberge am Gamensee als Lazarett. Sie brannte 1945 gänzlich ab. Zu einem Wiederaufbau kam es nicht. Heute befindet sich dort der international bekannte Campingplatz „Country Camping“.

 

Seit 1990 gibt es nach der Tradition der „Ausflugs-Hoch-Zeit“ jedes Jahr zu Himmelfahrt den „Heiratsmarkt“. Zu diesem Familienfest ist sogar ein „Standesbeamter“ bereit, alle Heiratswilligen für diesen Tag zu „trauen“.

 

Seit 1998 ist der Eisenbahnbetrieb zwischen Werneuchen-Wriezen eingestellt.

 

Im Frühjahr 2004 entstand auf der stillgelegten Eisenbahnstrecke eine Draisinenbahnstrecke von Tiefensee über Leuenberg nach Sternebeck.

 

Tiefensee ist seit der Gemeindegebietsreform 2003 ein Ortsteil der Stadt Werneuchen.

 

Quelle: 3-teiliges Informationstafelsystem / Regionalpark Barnimer Feldmark e.V.

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