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Barnimer Feldmark

 

Mehrow

MehrowDie erste urkundliche Erwähnung als „villa mere“ (urslawisch: Frieden, Welt), ist exakt auf den 21. Mai 1327 datiert.

 

Markgraf Ludwig verlieh damals Hebungen aus dem Burglehn (der Burg Hönow) des verstorbenen Alvericus de Snetling an Reineke von Zehlendorf: Nach dem Karolinischen Landbuch von 1375 gehörte zu „Mere“ eine Feldmark von 52 Hufen (ca. 400 ha), wovon vier dem Pfarrer und ein Hufe der Kirche gehörten. Die übrigen Hufen hatten Pacht, Zins und Bede dem Gutsherren Johannis von Wyningen zu geben.

 

Anfang des 16. Jh. erwirbt für ca. 200 Jahre das altbrandenburgische Geschlecht von Britzke zu Britz im Teltow die Gutsherrlichen Rechte. Das Rittergut entsteht.

 

Der Landreuter des Niedern Barnimbschen Kreises stellt im Auftrag des Kurfürsten 1652 fest, dass in Mehrow noch ein Bauer mit Knecht und 3 Kossäten lebten und diese selbst nicht im Dreißigjährigen Krieg dienten.

 

1785 brennen nach Blitzeinschlag Turm und Dach der Kirche vollständig nieder. 18 Monate später wird sie wieder genutzt.

 

1828 werden 2 neue Bronze-Glocken in der Kirche aufgehängt. Wegen des „jämmerlichen„ Klangs der alten, bat die Gemeinde um ein Gnadengeschenk beim König, der dieses nach Aufbringung eines Eigenanteils (20%) gewährte.

 

1854 - Rittergutbesitzer Martin Heyse legt den Dorfpark an - es entstehen Landarbeiterhäuser und eine „Schnitterkaserne“ für Saisonarbeiter.

 

1869 wird ein Vorwerk als Schäferei angelegt und dieses 1888 in Trappenfelde umbenannt. Großtrappen sieht man vereinzelt auch heute noch.

 

Der Gründer der „Deutschen Telefonwerke“ Robert Stock (1858-1912) verkauft 1900 seine Firmenanteile und erwirbt neben anderen Ländereien das Rittergut. Hier entwickelt und testet er den ersten selbst fahrenden Pflug (Stock-Motorpflug).

 

Seine Tochter Anna Stock errichtet 1925 mit ihrem Ehemann Max Bothe, einem Fabrikanten aus Berlin, eine Meierei zur Milchproduktion. Diese wird mit modernster Technik (elektrischen Melkanlagen, Flaschenabfüllmaschinen) als Musterbetrieb aufgebaut und beliefert Berliner Krankenhäuser und Reformläden mit Vorzugsmilch.

 

1934 wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Ihre Alarmierung erfolgte bis 1956 durch ein Feuerhorn, bis 1991 durch eine Sirene und heute mittels Meldeempfänger über Funksteuerung.

 

Der Berliner Polizeipräsident Graf von Helldorff erwirbt 1937 über die Siedlungsgesellschaft „Eigene Scholle“ Trappenfelde. Auf Grund seiner Beteiligung an den Vorbereitungen des Attentats vom 2o. Juli 1944 wurde er enteignet und hingerichtet. Nach 1990 erfolgte die Rückgabe an seine Familie.

 

1946 werden 334 ha per Gesetz enteignete und als Bodenreform-Land ausgewiesene Flächen an 38 Landarbeiter, landlose Bauern, Pächter und Umsiedler aufgeteilt.

 

Nach schwerem Anfang - viele Bauern flüchteten in den Westen, 1951 waren 168 ha herrenlos, die erste LPG wurde aufgelöst - gründet sich 1954 aus dem Örtlichen Landwirtschafts Betrieb (ÖLB) die LPG „Morgenrot“ als Typ III und bewirtschaftet 136 ha mit 45 Mitgliedern.

 

1956 wird das ehemalige Gutshaus zum Kulturhaus umgebaut und enthält neben einem Speiseraum und kleinem Ausschank auch ein Pionier-, Schach- und Lesezimmer sowie einen Kinoraum.

 

Der LPG „Morgenrot“ treten später die im Frühjahr 1960 gegründeten Typ 1- LPG'en „Einheit“ und „Frohe Zukunft“ (Trappenfelde) bei.

 

1967 wird durch die LPG „Morgenrot“ im Ort eine Broilermastanlage errichtet und in Trappenfelde beginnt der VEB Kombinat Industrielle Mast (KIM) mit der Frischeierproduktion.

 

1975 erfolgt der Zusammenschluss der LPG Mehrow mit der LPG Blumberg.

 

1990 wird die landwirtschaftliche Nutzfläche durch die Landwirtschaftsbetriebe „Bree &Sohn“, den „Blumberger Milchhof“ und durch die Helldorff-Erben bewirtschaftet. In Trappenfelde wird eine Schäferei mit 500 Muttertieren betrieben und es entstehen zwei Reiterhöfe.

 

Nach 1991 entstehen Mehrfamilienhäuser „An der Lake“, Eigenheime ab 1994 „An der Schmiede“, am „Wiesenweg“, am „Krummenseer Weg“ und am „Blumberger Weg“ sowie nach 2003 eine Reihenhaus-Siedlung an der „Dorfstraße“.

 

2003 schließt sich Mehrow der Gemeinde Ahrensfelde an - Zusammenschluss mit anderen Gemeinden zur amtsfreien „Gemeinde Ahrensfelde”.

 

www.mehrow.de

 

Quelle: 3-teiliges Informationstafelsystem / Regionalpark Barnimer Feldmark e.V.

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