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Barnimer Feldmark

 

Krummensee

KrummenseeCrummensee wurde 1241 erstmals urkundlich erwähnt. Spandauer Nonnen (Benediktinerinnen) erwarben damals Hebungen (Abgaben) in Crummensee. Damit ist das Straßendorf eines der ältesten Dörfer im Barnim.

 

Das Ortswappen mit einem silbernen Palisadenzaun auf blauen Grund ist dem Wappen der Ritter von Krummensee entlehnt.

 

Seit dem Mittelalter hatten die Ritter von Krummensee hier ihren Stammsitz (Burg oder Festes Haus am Haussee). 1409 verkaufte Markgraf Jobst von Mähren die Stadt Altlandsberg an die Adelsfamilie von Krummensee. Sie waren einst ein im Barnim reich begütertes und angesehenes Adelsgeschlecht.

 

Einige Mitglieder der Familie von Krummensee standen bei den Brandenburgischen Kurfürsten in hohem Ansehen (u.a. Ritter des Ordens „Unser Lieben Frauen“). Andere Familienmitglieder betätigen sich - der Sitte ihrer Zeit entsprechend - auch als Raubritter.

 

Legendär ist der Streit mit der Stadt Altlandsberg. So überfielen u. a. im Jahre 1556 die Ritter von Krummensee mit wo Reitern und einer Anzahl Lanzenknechten die Stadt Altlandsberg und setzten mehrere Ratsherren gefangen.

 

Durch die Wirren und Folgen, die Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges verarmten die Ritter von Krummensee und mußten nach und nach alle ihre Güter verkaufen. So gelangte Krummensee 1656 in die Hand von Otto von Schwerin, dem damals ersten Staatsmann Brandenburgs, der es 1708 an Friedrich I. (König in Preußen) verkaufte.

 

Ende des 18. Jh. wurde Obst, insbesondere Kirschen, nach Berlin geliefert. Der letzte des Geschlechts derer von Krummensee starb kinderlos am 01.10.1827 in Magdeburg.

 

Bei der Seperation im Jahre 1828 erhielt jeder Bauer 220 Morgen (55 ha) Acker und Wiesen, der Kossäte zwischen 70 und 94 Morgen und die Büdneri bis 2 Morgen.

 

Am 28.06.1888 ereignete sich der Große Brand von Krummensee. Sämtliche mit Stroh gedeckten Gebäude der Domäne wurden in Asche gelegt. 8o Kühe, 24 Pferde und 450 Schafe verbrannten. Danach erfolgte der Neubau der gutsherrlichen Stallungen, Scheunen und Landarbeiterhäusern.

 

Am 23.06.1905 gründete sich in Krummensee die Freiwillige Feuerwehr. Der Bau des Feuerwehrgerätehauses erfolgte 1935.

 

Seit 1920 wurde Krummensee von Werneuchen aus mit Elektrizität versorgt.

 

Nach 1945 vergrößerte sich das Dorf durch den Zuzug von Umsiedlern.

 

1945/46 wurden im Zuge der Bodenreform jeweils 5 bis 10 ha Acker, Wiesen und Wald an 27 Neubauern vergeben.

 

Ab 1948 entstanden gemäß dem Neubauern-Bauprogramm Neubauernwirtschaften am Wegendorfer Weg, am Blumberger Weg, in der Dorfstraße. Die Ringstraße mit ihrer Neubauernsiedlung wurde angelegt.

 

Im August 1952 gründete sich die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Typ III „Florian Geyer“ zunächst mit 50 ha Land und acht Mitgliedern, die Ackerbau und Viehzucht gemeinsam betrieben.

 

Am 01.01.1959 erfolgte die Gründung der LPG Typ I „Gemeinschaft“, in der der Ackerbau gemeinsam, die Viehhaltung jedoch individuell erfolgte.

 

Beide LPGen schlossen sich 1966 zusammen, später erfolgte dann der Zusammenschluss mit der LPG in Seefeld und Löhme, schließlich auch mit den LPGen in Werneuchen, Hirschfelde, Blumberg und Mehrow.

 

In den 60er Jahren hatte Krummensee mit einer Singegruppe, einem gemischten Chor, einer Laienspielgruppe, einer Tanzgruppe und der Kabarettgruppe „Die Dorfspatzen" einen Höhepunkt des regen kulturellen Lebens.

 

Der Maler Prof. Wolfgang Frankenstein schuf das große Wandbild im Saal der Gaststätte „Zum Brandenburger“; dargestellt wird ein Dorffest in Krummensee.

 

1970 wurde die Dorfschule Krummensee geschlossen. Hier wurden zuletzt die Klassen 1 bis 3 in einem Schulraum von einer Lehrerin unterrichtet.

 

1973 erhielt die gepflasterte Dorfstraße erstmalig einen Überzug aus Bitumen und 1974 begann der Bau der zentralen Wasserleitung.

 

Seit 1990 wächst das Dorf durch neue Wohnbebauungen, durch schrittweise Fortsetzung des Abwasserleitungs-, Straßen- und Kläranlagenbaus.

 

Nach 1990 musste die Haltung von Rindern und Schweinen wegen mangelnder Rentabilität drastisch eingeschränkt werden. Die großen Stallanlagen am Wegendorfer Weg und in der Dorfstraße wurden geschlossen.

 

Der überwiegende Teil der Felder wird nun von der LVB Landwirtschaftliche Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH Seefeld bewirtschaftet.

 

Am 31.08.1994 wurde der Kindergarten in Krummensee geschlossen.

 

2003 erfolgte - per Gesetz - die Angliederung an die Stadt Werneuchen.

 

Quelle: 3-teiliges Informationstafelsystem / Regionalpark Barnimer Feldmark e.V.

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