Blumberg

BlumbergEntsprechend der ersten urkundlichen Erwähnung erschien am 12. Juli 1253 zur Vergabe des Stadtrechts in Frankfurt/Oder als Zeuge ein Theodericus de Blumenberch.

 

Als Bevollmächtigter genannt, war er wohl mit der Besiedlung und Umsetzung der städtischen Abgaben (Orbede) des Tafelgutes der Brandenburger Bischöfe beauftragt.

 

Im Zuge der Reformation übergibt 1542 Kurfürst Joachim II. die obere und niedere Gerichtsbarkeit und alle anderen Rechte als erbliches Lehen über Blumberg an Hans von Krummensee, mit Sitz in Altlandsberg.

 

Im Dezember 1602 erwirbt der Kurbrandenburgische Kanzler und Geheime Ratjohann von Löben das „Städlein Blumbergk“. Er lässt ein herrschaftliches Haus mit angrenzendem Garten errichten.

 

Friedrich Rudolph Ludwig Freiherr von Canitz (27.11.1654 - 11. 08.1699), brandenburgischer Geheimer Rat und Dichter, erbt 1676 u.a. das Gut Blumberg von seiner Großmutter von Burgsdorff geb. von Löben. Er gründet 1681 mit Dorothea Emerentia von Arnim eine Familie und findet hier Muße und Ruhe zum Schreiben. Nach einem Großbrand von 1695 ließ er das Herrenhaus wieder errichten.

 

1715 entsteht die erste Bäckerei, 1762 baut Johann Ehling die letzte Blumberger Bockwindmühle und bis ins 18.Jh. hinein wird noch Bier gebraut.

 

Nach Eröffnung der Berlin-Stettiner Chaussee werden von 1804 bis 1875 am Blumberger Chausseehaus Chausseegebühren erhoben.

 

Auf Blumberger Boden wird Otto Freiherr von Arnim-Suckow (Offizier, zeitweilig in russischen Diensten) als einer der Ersten im Befreiungskrieg am 18.02.1813, vier Uhr früh, von einem französischen Posten an der Kreuzung Freienwalder Chaussee (B158)-Berliner Straße, erschossen.

 

Ab 1823 lässt der Eigentümer (Ritterschaftsdirektor von Goldheck) das Vorwerk Elisenau errichten und nach einer seiner Töchter benennen.

 

1836 erwirbt der Geheime Rat Graf Friedrich Ludwig von Arnim das Rittergut. Im Stile englischer Landschaftsgärten lässt er nach Lenn&Vorlagen eine Parkanlage und 1844 ein neues Herrenhaus, versetzt zum früheren, errichten.

 

Als erster Verein wird 1862 in Blumberg ein Landwehrverein gegründet, Ende des 19. Jh. wird von Berlin nach Tiefensee-Wriezen die Bahnlinie errichtet und 1901 erfolgt die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr.

 

Während des 1. Weltkrieges werden das Schloss und die Umgebung Blumbergs militärisch genutzt.

 

1945 wird das Schloss zerstört.

 

1949 entsteht auf dem ehemaligen Blumberger Gut die 1. landwirtschaftliche Lehr- und Versuchsanstalt der Humboldt-Universität. Der Betrieb wurde 2007 nach Berlin-Dahlem verlagert.

 

Am 24.01.1953 wird die erste LPG Typ III im Kreis Bernau gegründet („Florian Schenk“, 170 ha, 17 Mitglieder). Über 350 Beschäftigte waren hier bis -1990 in Arbeit. Weitere LPG'en, z.B. die der Obstbauern von Elisenau (Typ I, „ Pomona“), entstanden 1960.

 

1966 erfolgt die Bildung eines Pionierblasorchesters, welches auch im Fernsehen Auftritte hatte.

 

1970 entsteht das 1. komplexe Kartoffellagerhaus der DDR mit 10.000 t Fassungsvermögen. Ein Logistik-Zentrum des landesweiten „ALVA"- System (Aufbereitungs-, Lagerungs- und Vermarktungs-Anlage) mit 120 Beschäftigten. Heute befindet sich hier die Betriebsstätte und Hofladen von Bauer Matthes.

 

1990 werden 200 t Äpfel des Gartenbaubetriebes Elisenau an Wildschweine verfüttert, da sie nicht der geforderten EG-Norm entsprechen und Rodungsprämien führen zur Vernichtung älterer Apfelsorten.

 

Im neu entstandenen „Gewerbegebiet Blumberg“ wird 1995 der erste „McDonald's“- Straßenname der BRD vergeben.

 

2003 - per Gesetz - Zusammenschluss mit anderen Gemeinden zur amtsfreien „Gemeinde Ahrensfelde“.

 

Blumberg wird als Grundschulstandort der Gemeinde gesichert und ausgebaut.

 

Quelle: 3-teiliges Informationstafelsystem / Regionalpark Barnimer Feldmark e.V.